Gesundheit – nicht nur physisch

Mit der Veröffentlichung der Studie der Bundespsychotherapeutenkammer am 28.01.2014 beginnt vielleicht eine neue Debatte. Nicht so sehr über die Frage, wann die Menschen in welchem sozialen Netz aufgefangen werden, sondern wie man endlich beginnt, bei Veränderungsprozessen nicht ausschließlich an den Unternehmenserfolg zu denken. Natürlich muss man den im Auge haben, aber der Blick sollte umfassender werden. Ein Tunnelblick missachtet nämlich die sich in der Umgebung vollziehenden Veränderungen.

z.B. werden bei Rationalisierungsmassnahmen Regelungen für diejenigen Menschen geschaffen, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Wer aber denkt und kümmert sich wirklich um diejenige die im Unternehmen bleiben? Rationalisierung bedeutet doch in den wenigsten Fällen, dass tatsächlich Anlagen oder Verfahren oder Dienstleistungen eingestellt werden, vielmehr sollen sie in der überwiegenden Zahl der Fälle von weniger Menschen ausgeführt werden.

Das “weiter so” und “ein bisschen mehr in die Hände spucken” ist da für die Arbeitenden keine gute Antwort. Weder für die Unternehmen, noch für die Menschen.

Bei Rationalisierung muss Arbeit neu gedacht und organisiert werden. Abläufe müssen überprüft werden. Der Mensch muss in die Betrachtung einbezogen werden, nicht nur die technisierte Betrachtung, wie denn Maschinen besser auszulasten sind. Die Beziehung Mensch-Maschine, Mensch-Prozess muss bei Veränderungsprozessen und Rationalisierung die gleiche Wichtigkeit erhalten, wie der Unternehmenserfolg. Denn sie gehören zusammen und sind dürfen durch Zahlenspiele nicht entkoppelt werden. Ansonsten werden die Abwesenheitstage durch psychische Fehlbelastungen weiter steigen – und das ist nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein betriebswirtschaftliches Problem.

Die ARD hat die Studie der Bundespsychotherapeutenkammer dokumentiert und kommentiert